Montag, 3. August 2020

YVA


YVA - von Rene Scheer
Ausstellung in der Musikschule Salzhausen
vom 1.7. bis 2.10.2020
Kuratorin Britta Chr. Keller



René Scheer präsentiert Arbeiten inspiriert durch die Mode-Fotografien Else Ernestine
Neuländer-Simon, die besser bekannt ist unter ihrem Künstlernahmen Yva.
Die Fotografin und Künstlerin Yva war in der Weimarer Republik eine gefragte
Modefotografin und veröffentlichte in renommierten Zeitungen und Illustrierten. Sie war nter
anderem auch die erste Fotografie-Lehrerin des später weltbekannten Fotografen Helmut
Newton. Yva wurde am 26. Januar 1900 geboren und wurde als Jüdin 1942 von den Nazis
ermordet.
Zu Ehren dieser großartigen Künstlerin, deren Bilder elegant und
beeindruckend sind, entstehen feine Schablonen. René Scheer sprüht sonst mit Hilfe
solchen handgeschnitten Schablonen aufwendige Bilder, sogenannte Stencils. Die Bilder
werden in dem Fall nicht gesprüht sondern bleiben unvollendet, so wie das Lebenswerk
dieser beeindruckenden Frau. Daneben sind noch 4 Arbeiten entstanden, in denen die
Arbeiten von Yva reduziert werden und das Augenmerk auf die grauen Verläufe gerichtet
wird.

Die Ausstellung „Yva“ ist Teil des Kultursommer Programms des Landkreis Harburg, der unter dem Titel „Begegnungen“ noch bis zum 30.09. im ganzen Landkreis stattfindet.
Die Ausstellung ist Montags bis Freitags, von 8.00 – 18.00 Uhr zusehen.
Der Eingang zur Musikschule befindet sich auf der Hofseite des Johanniter Gesundheitszentrums, Bahnhofstraße 5.








Im Rahmen der Ausstellung zeigt Rene Scheer aber auch groß und kleinformatige Bilder aus
anderen Werkserien. Wie zum Beispiel im Jahre 2019 entstandenen lebensgroßen Selfies in
der Stencil-Technik oder die vier Arbeiten der Gruppe „The Surfer“.


The Surfer: Aus YouTube Videos generierte Bilder von TrainSurfern. Der Fokus wird dabei
auf die Hände an den Oberflächen der Züge gerichtet. Es bleiben unscharfe, auf den ersten
Blick nicht vollständig erkennbare Strukturen übrig. Aus diesen Vorlagen entstehen Stencils,
mit Unmengen von Sprühfarbe. Dieses halsbrecherische Hobby der Adrenalien-Junkies wird
erst durch die Möglichkeit der Sozialen Medien ein Ereignis für Außenstehende. Warum,
wieso und weshalb dieser Wahnsinn, wird mir aber auch dann nicht klar.


Selfie-Stencils: So viele Fragen könne zu dem Sinn und Unsinn von Selfies gestellt werden
und es werden viel mehr Antworten geben. Die meisten Menschen haben zu der Thematik
eine Meinung, aber vielleicht hilft es diese immer mal zu überdenken – in welche Richtung
auch immer. Für René Scheer, der selber immer wieder mal Selfies von sich in den
Netzwerken postet, genießt das Spiel mit dem eigenen Bild, weiß aber auch nicht ob es
irgendwann mal rückblickend bereuen wird.


Urban Moments: Hunderte digitale Fotos auf dem privaten Smartphone, Tausende auf der
eigenen Festplatte, hunderttausende in den sozialen Netzwerken! Millionen Fotos werden in
Online-Fotoalben täglich hochgeladen, unzählige Bilder schwirren durchs Web. Die eigenen
Bilder vom letzten Urlaub verschwinden in den Tiefen der digitalen Geräte und werden wenn
nur Sekunden betrachtet. Um das eine oder andere Fotos zu mehr Wertigkeit zu verhelfen
geht der Weg in dieser Reihe wieder vom digitalen zum analogen Bild. Stundenlange
Bearbeitung eines einzelnen Bildes mit PC, Edding und vor allem dem Cutter bis die
Schablonen fertig sind. Die per Hand geschnittenen Schablonen sind die Voraussetzung um
mit Sprühlack das digitale Bild wieder ins analoge zu holen. Es entsteht ein ganz eigenes,
neues Bild aus Papier/Leinwand und Farbe – der Ursprung ist das Digitalfoto – das Ergebnis
ist ein analoger multilayer Stencil! Der Bogen ist gespannt, für mehr als nur den kurzen
Moment.






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