aktuelles



RENE SCHEER

„SelfieStencils“

Ausstellung

Bedürfnissanstalt, 10. – 13. September 2016

Vernissage 10. September 18 Uhr

Öffnungszeiten
Sonntag: 12 bis 19 Uhr
Montag: 14 - 20 Uhr
Dienstag 14 - 20 Uhr

Die Bedürfnisanstalt
Bleickenallee 26a
22763 Hamburg
 
Inkl. Lesung von Claudius Hagemeister in mehreren Abschnitten ab 19 Uhr
 

René Scheer sprüht Selfies von ihm bekannten und fremden Personen als Stencil. Einige der Personen, bei denen er sich bedient kennt er bereits lange Zeit oder ist schon lange Zeit über die sozialen Netzwerke mit ihnen verbandelt. Andere kennt er nicht und lernt sie erst kennen, wenn sie eine Nachricht von ihm geschickt bekommen. Zu dem Zeitpunkt sind die Stencils bereits fertig gesprüht und warten auf die Freigabe der Urheber. Der darauf folgende Kontakt und der beginnende Austausch über Selfies sowie die Selbstdarstellung im Netz ist dann auch ein wesentlicher Teil des Prozesses. Einige Fragen, die sich stellen: warum macht einer Fotos von sich und stellt diese so ins Netz, dass alle diese sehen? Machen wir das vielleicht auch immer schon, uns zur Schau stellen – nur jetzt im Netz? Ist es Selbstverliebtheit oder gesunde Selbstbestätigung? So viele Fragen könne an das Thema gestellt werden und viel mehr Antworten wird es geben. Die meisten haben dazu eine Meinung, aber vielleicht hilft es diese immer mal zu überdenken – in welche Richtung auch immer. Für René Scheer, der selber immer wieder mal Selfies von sich in den Netzwerken postet, weiß auch noch nicht ob das ein gesunder Umgang mit dem eigenen Bild ist oder nicht.

In der Bedürfnisanstalt in Hamburg-Altona zeigt er für 4 Tage seine Selfie-Stencils der letzten Wochen und Monate. Die Bilder selber werden in großen und sehr kleinen Formaten gesprüht. Das kleinste Multi-Layer-Stencil ist zum Beispiel nicht größer als 2x3 cm. Bei einigen Stencils reicht eine Schablone, damit das Stencil fertig wird, bei anderen sind es 10 Ebenen.


Lesung:

Claudius Hagemeister liest aus „HAGEMEISTER’S HEFTEN“


Zur Eröffnung der Ausstellung „Selfie Stencils“ von Rene Scheer liest Claudius Hegemeister (Berlin) aus seine Heften über die Fiktive Person „Herrn Hagemeister“. Er liest aus Heft I und Heft II sowie aus dem gerade noch zu erscheinenden dritten Heft. HAGEMEISTER’S HEFT“ ist eine halbjährlich erscheinende Literaturzeitschrift mit Geschichten über Arbeit und ihre Vermeidung von C. Hagemeister. Passend zu Hagemeisters platzsparender Kleinst-Epik sowie der ihrer inhärenten arbeitskritischen Haltung umfasst das Heft lediglich acht Seiten. Als echtes Groschenheft ist es zum symbolischen Stückpreis von 10 Cent zu haben.


C. Hagemeister, geboren 1968, aufgewachsen in Hamburg und Berlin, hat in wechselnden Berufen gearbeitet und ist zurzeit Aushilfs-Programmassistent für Verkehrsfunk; daneben hat er Kurz- und Kürzestprosa veröffentlicht. Seit Juli 2015 ist er Herausgeber und einziger Autor der halbjährlich erscheinenden Literaturzeitschrift HAGEMEISTER’S HEFT. 

Über Claudius Hagemeister schreibt das Berliner Stadtmagazin TIP: 1999 war „sein Debüt erschienen, „Tanne & Quadrat“. Er gewann auch einige Poetry Slams. Schrieb fern vom Markt eigensinnige Texte. Es fügte sich einfach nichts zusammen. Und doch ist es ihm kein Hobby, das Schreiben. Nie gewesen. Bei all den Jobs, die er, der einst von der Schule geflogen war, so hatte: „Hagemeisters Heft“ handelt von Arbeit und ihrer Vermeidung – aber es ist keine Selbsttherapie. Hagemeister sinniert, wie Jobs über gesellschaftliche Reputation entscheiden. Wie trügerisch das sein kann. Wie falsch. Sein Traum ist, dass er dieses Heft, 500 Stück Auflage, fortan halbjährlich herausgeben wird. Dass er wieder wahrgenommen wird. Als Schriftsteller. Und dass, wenn sein Sohn eines Tages in seinem Nachlass stöbert, er „Hagemeisters Heft“ vorfindet. Dann soll er sehen, dass es gut ist.“

Und nun hat er in Hamburg die Möglichkeit zu zeigen, dass seine Hefte es wert sind, gelesen zu werden.

 

Leseprobe:

„Hagemeister stand an der Haltestelle und wartete auf den Bus. Er wartete bereits auf den siebten Bus, denn alle bisherigen, die sich mit hydrauli-

schem Zischen vor ihm aufgefaltet hatten, musste er ungenutzt fahren lassen – teils war ihm die an die Karosserie geklebte Werbung unangenehm, teils der Fahrer zu knurrig. Hagemeister vertrieb sich die Wartezeit mit einem riskanten Spiel: Er spielte Autoquartett gegen sein Schicksal.“

(Aus Hegemeisters Hefte Nummer 1)

 

 


 ---

Kontakt
info@renescheer.de





---


Wenn Du aber immer auf dem laufenden sein möchtest:



---




Wer Ideen, Anregungen 
oder Ausstellungsmöglichkeiten hat
darf sich gerne melden: